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Muammar al-Gaddafi als „King of the Kings“?

15 Apr
Bereits vor den großen Aufständen und Ereignissen in Libyen haben sich die „Lovefuckers“ gedacht, eine Produktion über Muammar al-Gaddafi zu machen. Die „Lovefuckers“ sind die Puppenspielerinnen und Regisseurinnen Anna Menzel und Ivana Sajević. Muammar al-Gaddafi kennen wir wohl alle.

Muammar al-Gaddafi; Foto: Wikipedia

Muammar al-Gaddafi; Foto: Wikipedia

In der Beschreibung heißt es:

Gaddafis Ambitionen waren schon immer gigantisch: er wollte die Monarchie mit dem Sozialismus zusammen bringen und davon die ganze Welt überzeugen. Aus Afrika wollte er einen starken islamisch-sozialistischen Staat machen, mit sich als König. Er hat ein politisches Manifest geschrieben: Das grüne Buch. Und er träumt von einer weiblichen Revolution. Gaddafi ist Politiker, Dichter, Visionär und weiß sich öffentlich zu inszenieren. Seine Dolmetscher brachte er regelmäßig an den Rande des Nervenzusammenbruchs, zerriss die UN-Charta, kritzelte auf den Vorsitzenden-Stuhl „Wir sind hier“ und differenziert zwischen „Heiligem Krieg“ und Terrorismus. Gaddafi hat sich über die letzten Jahre zu einer gruseligen, politischen Pop-Ikone gemausert. Die Lovefuckers bemächtigen sich Gaddafis Inszenierungs¬kunst und zeigen ihn theatral, ambivalent, konfliktreich und umstritten.

Gaddafi ist eine starke Persönlichkeit, die nie aufgibt und vor nichts zurück schreckt. Er wirkt skrupellos. Als würde er die Realität nicht wahrhaben wollen und in seiner eigenen kleinen Welt leben.

Dies zeigen auch seine Aussagen:
„Es gibt keinen demokratischen Staat auf diesem Planeten außer Lybien.“

„I am not going to leave this land. I will die as a martyr at the end. I shall remain, defiant. Muammar is Leader of the Revolution until the end of time.“

„We believe America is practicing all kinds of terrorism against Libya. Even the accusation that we are involved in terrorism is in itself an act of terrorism.“

„Whenever I ask about Pepsi-Cola or Coca-Cola, people immediately say it is an American or European drink. This is not true. The kola is African. They have taken the cheap raw material from us. They produced it, they made it into a drink, and they sell it to us for a high price. Why are Pepsi-Cola and Coca-Cola expensive? Because they have taken our kola, produced it, and sold it back to us. We should produce it ourselves and sell it to them.“

„I am an international leader, the dean of the Arab rulers, the king of kings of Africa and the imam of Muslims, and my international status does not allow me to descend to a lower level.“

Proteste in Libyen
Im Januar 2011 begannen die Proteste gegen Gaddafi’s Führung. Die Oppositionellen verbündeten sich und der prominente libysche Schriftsteller Jamal al-Hajji rief zu Protesten gegen das Regime auf. Er wurde wenig später verhaftet. Doch die Revolution war nicht mehr zu stoppen. In Städten wie Bengasi, Darna und Tobruk gingen die Leute auf die Straßen um gegen das Regime zu demonstrieren. Gaddafi will sein Amt jedoch nicht niederlegen und kämpft weiterhin wehement gegen die Rebellen. Er schreckt auch nicht vor Blutbädern und Kämpfen zurück. Es herrscht Bürgerkrieg. Die EU und die USA halten regelmäßig Sitzungen ab, um zu klären, wie man die Stimmung in Libyen bessern kann. Es ist April und es ist noch immer kein Ende in Sicht.

Das Stück der „Lovefuckers“ wurde – wie gesagt – vor den Vorfällen in Libyen geschrieben. Es bleibt dennoch zu hoffen, dass zumindest einzelne Ereignisse der vergangenen Wochen in die Produktion einfließen. Das Thema ist schließlich brandaktuell und interessiert beinahe jeden.

Hier ein kleiner Ausschnitt von der „King of the Kings“-Aufführung in Berlin:

Lovefuckers: KING OF THE KINGS
Wann? Freitag, 15.04 um 21:00 Uhr
Samstag, 16.04 um 21:00 Uhr
Wo? Künstlerhaus
Link dazu

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